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Standartfotografie im Sektionssaal

 

Die nun folgende Anleitung ist als Standart anzusehen, die bei jedem Fall angewandt werden sollte.

Generell ist bei den Aufnamen auf folgendes zu achten:

  • Alles was nicht dazugehört wie Blut, Messer, Pinzetten etc. sollte entfernt werden
  • Um Reflexe zu vermindern sollte alles so trocken wie möglich sein.
  • Auf jedem Bild muss ein Massstab, um die Grössenverhältnisse zu sehen, und die Fallnummer vorhanden sein.
  • Bei Bilder für Publikationen kann es sein, dass keine Fallnummer gewünscht ist. Es ist darauf zu achten, dass der Massstab und die Nummer keine Befunde verdecken. Die Grösse des Massstabes ist dem Bildausschnitt anzupassen.
  • Die Aufnahmen unbedingt im rechten Winkel zu der Verletzung - point of interest - erstellen. Bei Verletzungen an runden Oberflächen Fotografien von verschiedenen Winkeln anfertigen.
  • Wenn möglich einen "Fotohintergrund" verwenden.

 

Hintergrund

Der Hintergrund dient oft als Streitpunkt der Geschmäcker. Man entdeckt in den verschiedenen Instituten oder gar in Abteilungen allerlei Farben, von grün über blau zu schwarz und weiss.

Die Aufgabe des Hintergrunds besteht darin:

  • Das Objekt hervorzuheben
  • Nicht vom Objekt abzulenken
  • Publikationsanforderungen zu genügen
  • Die Farben nicht zu verfälschen

Die forensischen Fotografen in Miami empfehlen für die S/W-Fotografie, die vor allem zum Drucken verwendet wird, einen weissen Hintergrund. Dieser erscheint auf dem Foto in einem leichten grau. Um einen wirklich weissen Hintergrund zu erreichen, kann man leicht überbelichten ( +½ ev.) oder Durchlicht verwenden. Für die Farbfotografie wird Schwarz am meisten bevorzugt. Schwarz hebt das Objekt stark hervor, eliminiert Schatten und verfälscht die Farben nicht. Von farbigen Hintergründen wird abgeraten, da es dem Betrachter falsche Farbeindrücke vermittelt. Blau, zum Beispiel, lässt gelb stärker erscheinen.
Auch das Commitee Colorimetry, Optical Society of Amerika empfiehlt neutrale Hintergründe wie weiss, schwarz und grau.

 

Eine Regel lautet: Helle Objekte vor dunklem Hintergrund, dunkle Objekte vor hellem Hintergrund.
Wir verwenden meistens grau. Dies passt zu hellen und dunklen Objekten und ist für Erzielung der richtige Belichtung besser geeignet (Graukarte)

 

Massstab

Die Position des Massstabes ist auch in der Ebene sehr wichtig. Ist der Massstab höher oder tiefer als das Objekt plaziert, ist die Ablesung der Grösse nicht mehr möglich. Natürlich kann nie mit Hilfe des beigelegten Massstabes die genaue Grösse ermittelt werden (dies würde fotogrammetrische Aufnahmen erfordern). Ist die Ebene eine andere als das Objekt, ist die Abweichung grösser.


Lineale in derselben Ebene


Lineale 3cm voneinander Entfernt

Beim Bild links sehen Sie, dass die Millimeter Markierung übereinstimmt. Beim Bild rechts, sind die Markierungen verschoben.

 

Standart Fotoserie

Übersichtsaufnahmen

Eine Übersichtsaufnahme der Leiche (vorne und hinten). Diese kann, wenn es das Objektiv erlaubt, in einer Aufnahme erfolgen. Oft ist es aber nötig, die Leiche in mit zwei Aufnamen vollständig erfassen. Auf dem Bild muss die Nummer und evtl. Der Massstab sichtbar sein. Die Nummer kann neben dem Verstorbenen plaziert werden, so dass kein Teil der Leiche verdeckt ist. Die Fotografie muss senkrecht von oben erfolgen, ohne dass die Füsse des Fotografen oder von anderen Anwesenden sichtbar sind. Dies ist sehr schwierig, besonders wenn man mit einem starken Weitwinkelobjektiv (24 mm) arbeitet und den Verstorbenen auf einem Bild aufnehmen will.


Eine Übersichtsaufnahme senkrecht von oben.

Portrait Aufnahmen

Das Gesicht des Verstorbenen wird von Vorne und beiden Seiten fotografiert. Bei diesen Aufnamen sollte ein Hintergrund plaziert werden, damit nicht Teile des Obduktionssaales oder Mitarbeiter sichtbar sind.


Portrait Aufnahmen mit grauem Hintergrund.

 

Makrofotografien

Bei der Anfertigung von Makrofotografien müssen zuvor immer ein paar Überlegungen gemacht werden.

Wie nahe muss ich an das Objekt gehen, damit das Bild mir die gewünschte Information gibt. So gross wie möglich ist nicht immer das Richtige.

  • Was soll alles scharf sein bzw. welche Blende muss ich einstellen.
  • Wo plaziere ich die Nummer und den Massstab.
  • Was ist im Hintergrund zu sehen, muss ich eine Unterlage / Hintergrund verwenden.
  • Welchen Blitz verwende ich. Ringblitz oder entfesselter Blitz.

Zu den Makroaufnahmen sollte immer eine Übersichtsaufnahme vorhanden sein, damit später die Nahaufnahme in der Position (Arm, Bein etc.) und Orientierung (oben / unten) richtig zugeordnet werden kann. Diese Aufnahme kann kollektiv für mehrere Nahaufnahmen, die nahe zusammen sind, erfolgen. Je nachdem wie gross dieser Ausschnitt ist, kann das Bild auch mit der Makrokamera angefertigt werden.


Nur anhand der Nahaufnahme ist die Lage der Verletzung schwierig zu beurteilen. Mithilfe der Übersichtsaufnahme ist sie klar.

Eine Nahaufnahme mit einem grossen Schärfenbereich ist schwierig zu erstellen. Da die Aufnahmedistanz bei dieser Brennweite sehr klein ist, ist auch kaum Tiefenschärfe vorhanden. Deshalb muss darauf geachtet werden, welcher Teil scharf gestellt wird. Dies gilt vor allem bei Autofokus, der nicht weiss, welcher Teil des Bildausschnittes scharf sein soll.

Die Nummer und der Massstab kann unter Umständen sehr viel Platz einnehmen. Deshalb ist eine angepasste Massstab Grösse zu Wählen. Die Nummer kann unter Umständen weggelassen werden wenn sie auf der Orientierungs Aufnahme vorhanden ist, und man das Bild später problemlos diesem Fall zuordnen kann.

Falls ein Hintergrund verwendet werden muss, diesen so plazieren, dass er das ganze Bild ausfüllt.

Die Blitzwahl fällt meist auf den Ringblitz, da einfach zu verwenden und meist ein gleichmässig ausgeleuchtetes Bild erzielt wird. Je nach Geschmack kann auch der entfesselte Blitz eingesetzt werden.

 

Aufnahmen von Röntgenbildern

Bei der Fotografie von Röntgenbilder muss beachtet werden, dass:

  • Der Blitz ausgeschaltet ist.
  • Eine grosse Blende eingestellt ist (z.B. 3.5), so dass eine Verschlusszeit von mindestens 1/60 s garantiert ist.
  • Falls die Lichtquelle nicht ungefähr 5000° K ist, ein FLD Filter (fluoroscent to daylight) verwendet wird.