Theorie
Um qualitativ gut Bilder zu erzielen reicht eine
gute Ausrüstung nicht aus. Man muss auch einige Grundkenntnisse
der Fotografie mitbringen.
Fotografie heisst "Lichtschreiben" Phos = Licht
und graphie = schreiben
Da wir keine Kunst oder Stimmungsbilder anfertigen
wollen, müssen die Aufnahmen scharf und korrekt belichtet sein.
Schärfe
Die Leistung des Objektives kann vernachlässigt werden . Diese
ist nur in Extremfällen in Betracht zu ziehen.
Mit der Leistung des Filmes ist zum einen die Körnung gemeint
und zum anderen die Schärfeleistung eines Filmes. Es gibt ISO 100
Filme die mehr Auflösung haben als andere ISO 100 Filme. Dies ist
immer ein Teil der Forschung in der Filmentwicklung. Aber da die
Schärfe für unser Auge relativ ist, kann ein Bild mit einer gröberen
Körnung schärfer Erscheinen als ein hochauflösendes Bild. Deshalb
kann ein Bild mit ISO 200 einen schärferen Eindruck hinterlassen
als ein Bild mit ISO 64. Technisch gesehen ist es aber nicht schärfer.
Die Genauigkeit der Distanzeinstellung ist eine der wichtigsten
Faktoren bei der Schärfe. Sie entscheidet zusammen mit der Tiefenschärfe,
die durch die Blendenwahl eingestellt wird, welche Bereiche des
Bildes scharf sein sollen.
Eine kurze Verschlusszeit verhindert ein Verwackeln des
Bildes. Es gilt die Faustregel eine kürzere Veschlusszeit zu wählen
als die Brennweite die man benutzt. Bei einem 50 mm Objektiv 1/60
s oder kleiner, bei einem 100 mm Objektiv 1/125 s oder kleiner usw.
Tiefenschärfe
Die Tiefenschärfe wird beeinflusst durch
- Blende
- Distanz zum Objekt
- Brennweite
Mit der Blendenwahl gibt man dem eingestellten Bildausschnitt
eine einen Schärfenbereich an. Die Tiefenschärfe erstreckt sich
von 1/3 vor der eingestellten Distanz, bis 2/3 nach der eingestellten
Distanz.
Je grösser die Blende (kleine Zahl), desto weniger
Tiefenschärfe
Je näher am Objekt, desto weniger Tiefenschärfe.
Je grösser die Brennweite, desto weniger Tiefenschärfe.
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| Blende F 22 |
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Blende F 8 |
Da aber die Distanz und die Brennweite den Bildausschnitt
ergeben und meist nicht geändert werden möchte, bleibt nur noch
die Blende übrig um die Tiefenschärfe zu beeinflussen.
Im Makrobereich kann die Tiefenschärfe zum Problem werden. Bei
einer 1:1 Aufnahme und Blende 16 hat man nur einen Tiefenschärfe
von 1 mm.
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Am Blendenring kann bei den meisten Objektive
die Tiefen-schärfe bei der jeweiligen Distanz und Blende abgelesen
werden Dieses Beispiel zeigt ein Makroobjektiv mit der Einstellung
Blende 11. Blende elf wird bei dieser Distanz eine Tiefenschärfe
von etwa 1cm ergeben. |
Um eine möglichst grosse Tiefenschärfe zu erreichen, stellt man
die Schärfe nicht auf den obersten Punkt, sondern im ersten Drittel
der Objektsenkrechte.

Faustregel
- Objekt sehr nah: F 16 / F 22 / F 32
- Objekt relativ nah: F 11 / F 16
- Objekt flach F 5.6 (dritte Blende ab grösste Blende)
Belichtung
Die Belichtung ist abhängig von
- der Verschlusszeit
- der Blende
Die richtige Belichtung wird durch das Verhältnis von Blende und
Verschlusszeit erreicht. Da dies ein Verhältnis ist, sind immer
mehrere Kombinationen möglich.
Ergibt das Verhältnis 1/125 s Verschlusszeit und Blende 8 die richtige
Belichtung, wird mit der Einstellung 1/250 s und Blende 5.6 dieselbe
Belichtung erreicht, aber weniger Tiefenschärfe. Dies nennt man
shiften.
Beim shiften kann die Verschlusszeit immer halbiert bzw. verdoppelt
werden, wobei man bei den Blenden von F-stops spricht. Ein F-stop
vor oder zurück bedeutet die Halbe bzw. die doppelte Lichtmenge.
| Blende F |
Verschlusszeit |
Tiefenschärfe |
| |
|
|
| 3.5 |
1/500 |
am wenigsten |
| 5.6 |
1/250 |
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| 8 |
1/125 |
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| 11 |
1/60 |
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| 16 |
1/30 |
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| 22 |
1/15 |
|
| 32 |
1/8 |
am meisten |
All diese Einstellungen ergeben dieselbe Belichtung
Bei moderneren Kameras können auch halbe F-stops und Verschlusszeiten
vorgenommen werden. Bei Mechanischen kann der halbe F-stop erreicht
werden, indem man den Blendenring nicht einrasten lässt, sonder
zwischen zwei Einrastpunkten stehen lässt.
Belichtungsmessung
In den Fotokameras ist ein Belichtungsmesser eingebaut. Es gibt
verschiedene Arten von Belichtungsmessmethoden.
Integralmessung
Die Integralmessung war bis vor ca. 10 bis 15 Jahren der Standart.
Die Messung wird in Kreise aufgeteilt, wobei der Kreis in der Mitte
des Bildes zu 75 % berücksichtigt wird, und die Bereiche ausserhalb
zu 25 %.
Spotmessung
Die Spotmessung ist ein zusätzliches Werkzeug, das bei manchen
Kameras eingebaut ist. Sie misst das Licht das in einem kleinen
Kreis (Spot) des Bildes vorhanden ist.
Matrix-Messung
Die Matrix-Messung verwenden die Kameras der neueren Generation.
Das Bild wird in mehrere Bereiche unterteilt, die separat gemessen
werden. Anhand diesen Werten wird automatisch ein Mittelwert berechnet,
der auch bei schwierigeren Lichtverhältnisse ein gutes Resultat
erzielen soll.
Graukarte
Die Graukarte (18%) wird verwendet, um das reflektierende Licht
zu messen. Der Belichtungsmesser einer Kamera misst immer nur das
Grau (18%), welches reflektiert wird. Darum kann mit Dieser die,
genaue Belichtungszeit ermittelt werden. Besonders hilfreich in
der Reprofotografie.
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