| |
Asservierungstechnik
von Biologischem
Material für die
Diatomeenuntersuchung
Grundvoraussetzung für eine
verwertbare Diatomeenanalyse ist eine Kontaminations- und verschleppungsfreie
Asservation der Proben. Dies wird mit dieser Asservierungstechnik
gewährleistet. Alle Asservate werden entnommen, bevor die Obduktion
fortgeführt wird, und in der unten beschriebenen Reihenfolge vorgenommen.
Allein das Femurstück kann am Anfang oder am Ende entnommen werden.
Material:
Pinzetten, Messer, Schere, Schöpfkelle,
Wegwerfspritze (20 bis 50 ml), Säge (oszillierend oder Handsäge),
Schnur, Spritzflasche mit Diatomeenfreiem Wasser, Plastiksäcke (z.B.
Minigripp®), Plastikbecher (100 und 50 ml)
Diatomeenfreies Wasser:
Wasser durch Osmose und Ultrafiltration
gereinigt, oder Wasser durch ein Mikrofilter, mit einer maximalen
Porengrösse von 5µ, filtriert
Das gesamte Material inklusive
der Handschuhe und der Gefässe in denen die Proben aufbewahrt werden,
müssen mit reichlich Diatomeenfreiem Wasser gereinigt werden.
- Die Leiche mit viel Wasser abspülen, damit
ein grosser Teil der allfällige Algenanhaftungen entfernt wird.
Am Schluss wird der Thorax mit Diatomeenfreiem Wasser gereinigt.
- Während der Eröffnung der Brusthöhle darauf
achten, dass die Lungen nicht berührt werden. In situ mit einer
Schere von der Lugenoberfläche mehrere Gewebestreifen (10 bis
20 g) von beiden Lungenflügeln abgetrennen und zusammen in einem
Plastiksack, asservieren. Das Sicherstellen von ganzen Lungenlappenstücke
empfehlen wir nicht, da sich in der Tiefe grössere Luftwegsanteile
befinden, welche passiv eintretende Ertrinkungsflüssigkeit enthalten
könnte.
- Nach der Eröffnung des Herzbeutels wird
das Herz an der Herzspitze mit einer Pinzette hochgehoben, so
dass die Lungenvenen gut sichtbar sind. Mit einer Wegwerfspritze
wird nun 20 bis 30 ml Blut aus der linken Herzkammer, oder den
Lungenvenen punktiert und in Plastikröhrchen ohne chemische Zusätze
überführt
- Um den Duodenuminhalt nicht zu verschieben
wird als nächstes das Duodenum mobilisiert und mit Schnur oder
klemmen an Anfang und Ende abgebunden. Mittels seitlichem Aufschneiden
des Duodenums, den Inhalt mit einer Kelle in einem Plastikbecher
sicherstellen.
- Anschliessend den Magen an der grossen
curvatur eröffnen. Mageninhalt mit der Kelle asservieren. Falls
ein Flüssiger Anteil vorhanden ist, getrennt vom festen Anteil
sichern (100ml) und diesen zur Diatomeenanalyse verwenden.
- In situ wird ein 200 g schweres Lebergewebsstück
des linken Lappens, um die Gallenblase nicht zu verletzen, mit
Messer und Pinzette entfernt und in einem Plastiksack sichergestellt.
Die Leber wird erst jetzt entnommen, da es stark bluten kann und
eine weitere saubere asservation erschweren würde.
- Das Darmpacket entfernen und eine ganze
Niere wird mitsamt der Kapsel in einem Plastiksack asservieren.
Um die Kontaminationsmöglichkeit gering zu halten wird die Kapsel
erst beim Aufschluss entfernt. Dies kann auch im laufe der Oduktion
geschehen
- Um das Femurstück sicherzustellen erneut
den Oberschenkel mit reichlich Wasser abspülen. Ein 10 bis 15
cm langes Stück mittels Säge heraustrennen und in ein Plastiksack
überführen.
| Biologisches |
Material zu Asservierende Menge |
Verpackung |
| Lungenstreifen |
10 bis 20 g |
in Minigripp |
| Blut |
20 bis 30 ml |
in Plastikröhrchen ohne chem. Zusätze |
| Duodenuminhalt |
alles (~ 50 ml) |
in Plastikbecher |
| Mageninhalt |
100 ml der Flüssigen Phase |
in Plastikbecher |
| Leber |
180 bis 200 g |
in Minigripp |
| Niere |
ganze Niere in Kapsel |
in Minigripp |
| Femur |
10 bis 15 cm |
in Minigripp |
| Ertrinkungswassser oberfläche |
200 ml |
in Plastikbecher |
| Ertrinkungswassser tiefe |
200 ml |
in Plastikbecher |
updated 16.06.1999
|
|